ASB-Weihnachtsaktion für Obdachlose

Mehr Wärme vor Weihnachten

ASB-Helfer verteilen Nudelsuppe, Wollmützen und Handschuhe gegen die nasse Kälte.


Es ist ungemütlich auf dem Raschplatz an diesem Sonnabend vor dem 3. Advent. Die Unterführung unter der Hamburger Straße, wo die Helfer der ASB-Weihnachtsaktion am Vormittag ihren Stand aufgebaut haben, ist eine einzige tiefkühle Windschneise. Mit einem  Dutzend Ehrenamtlichen steht ASB-Fachdienstleiter Nermin Besic hier seit 12 Uhr, der ASB schenkt Nudelsuppe aus, verteilt Wollmützen und Handschuhe – eben Dinge gegen die nasse Kälte. Gegenüber befindet sich der Mecki-Kontaktladen für Obdachlose, Anlaufpunkt für die Zielgruppe der jährlichen Hilfsaktion des ASB. Nach drei Stunden sind die Kartons mit den Wollmützen und Handschuhen leer, die Nudelsuppe ist alle. Zusätzlich hat der ASB in diesem Jahr 150 Hygienesets angeboten, auch sie fanden Abnehmer.

Mehr als 200 Bedürftige habe man mit der Hilfsaktion erreicht, die Resonanz sei durchweg positiv gewesen, erzählt Besic im Anschluss. Begrüßt wird das Engagement des ASB aber nicht nur von den Bedürftigen, auch andere Helfer freuen sich über die Unterstützung. Zum Beispiel Dorota Godowski von der katholischen St.-Franziskus-Gemeinde in Vahrenheide. Sie versorgt mit anderen Gemeindemitgliedern an dieser Stelle jedes Wochenende Obdachlose mit Essen. Die Helferin wünscht sich mehr Menschen wie die Ehrenamtlichen des ASB, die sich aktiv in die Obdachlosenhilfe einbringen.

Im Bereich der medizinischen Versorgung gibt es beim ASB Überlegungen in dieser Richtung. Teil der diesjährigen ASB-Weihnachtshilfe am Raschplatz ist die mobile Sanitätsstation. Dort kümmert sich Carlo Brauer um  Kniebeschwerden, offene Wunden und Zahnschmerzen. Brauer, im Hauptberuf ärztlicher Geschäftsführer der Sophienklinik, sieht eine Lücke in der medizinischen Betreuung Obdachloser, und zwar an Wochenenden. Innerhalb der Woche sei die Caritas-Straßenambulanz die erste Anlaufstelle für Menschen ohne Krankenversicherung, aber an Wochenenden gebe es für Wohnungslose kein entsprechendes Angebot. Sollte die ASB-Sanitätsstation diese Lücke demnächst schließen – es wäre für alle, die auf der Straße leben müssen, eine gute Nachricht  und würde unsere Gesellschaft ganz sicher ein bisschen wärmer machen, in jeder Hinsicht –das Sanitätsmobil hat Standheizung.